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Am 5. August 1901 starb Kaiserin Friedrich, die älteste Tochter
der britischen Königin Victoria, auf ihrem Witwensitz Schloss
Friedrichshof bei Frankfurt am Main. Als sie mit 17 Jahren am
25. Januar 1858 im Londoner St. James Palace dem preußischen
Kronprinzen ihr Ja-Wort gab, fand eine europäische Traumhochzeit
statt, die vor allem auch wegen der sichtbaren Zuneigung beider
Ehegatten Aufsehen erregte.
Mit der Sonderöffnung der Sakristei und des Mausoleums im Bauensemble der Potsdamer Friedenskirche sowie mit einer Ausstellung, die am 4. August 2001 im Schloss Babelsberg eröffnet wird, wollen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Evangelische Gemeinde der Friedenskirche und der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. in diesem Jahr gemeinsam an Kaiserin Friedrich erinnern.
Sakristei
Nach der Heimkehr ihres Mannes nahm sie sich der Gestaltung der Grabstätte ihres verstorbenen Sohnes in der Friedenskirche an. Nach Victorias Vorgaben wurde die Sakristei in neuen Farben gefasst. Ein Wandgemälde von Carl Gottfried Pfannschmidt und das »Porträt des Prinzen«, das wahrscheinlich nach einem Modell der Mutter in Marmor übertragen worden ist (es befindet sich seit 1890 am neuen Prinzengrabmal im Mausoleum der Kirche), bildeten damals den Hauptschmuck des schlichten Kirchenraums. Bei den privaten Andachten am Grab ihres Kindes nahmen die Eltern in eigens für diesen Raum entworfenen Eichensesseln Platz. 1879 verlor das Kronprinzenpaar einen weiteren Sohn. Der elfjährige Prinz Waldemar starb an Diphtherie. Dessen Sarg wurde in der Sakristei der Friedenkirche vor dem Sarkophag seines Bruders aufgestellt. Nachdem Victoria am 15. Juli 1888, nach nur 99 Regierungs-Tagen, auch ihren krebskranken Mann, Kaiser Friedrich III., verlor, musste auf dem Kirchengelände eine repräsentative Grabstätte gefunden werden.
Mausoleum
Im Mittelpunkt der Grabrotunde stehen die Sarkophage von Friedrich III. und Victoria, die am 13. August 1901 an seiner Seite bestattet worden ist. Sie stammen von Reinhold Begas, dem Schöpfer des Neptunbrunnens vor dem Berliner Roten Rathaus und des Schiller-Denkmals auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Die Sarkophage für Sigismund und Waldemar wurden in die östliche Altarnische eingefügt. Ihre Särge waren gemeinsam mit dem ihres Vaters am 18. Oktober 1890 aus der Sakristei in das neuerbaute Mausoleum überführt worden. Die Skulpturengruppe auf dem Grabmal des Prinzen Sigismund, eine geflügelte Todesgenie, die ein Kind in ihren Armen hält, ist ein Meisterwerk von Reinhold Begas. Die Porträtbüsten der Kindergrabmale - das Porträt des Prinzen Sigismund wurde von seinem ehemaligen Grab in der Sakristei der Friedenskirche auf den Sarkophag im Mausoleum umgesetzt - sollen nach Modellen von Victoria in Marmor ausgeführt worden sein. Ernst Rietschels "Gruppe der Pietà", die beim Bau des Mausoleums aus der Kapelle im heutigen Eingangsbereich entfernt worden ist, wurde 1890 in der Nische der Rotunde als Altarplastik aufgestellt. Am 5. August 2001, dem 100. Todestag von Kaiserin Friedrich, findet unter der Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit des Prince of Wales und des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dr. Manfred Stolpe in der Bornstedter Kirche eine Gedenkveranstaltung statt.
Zur Ausstellung in Schloss Babelsberg erscheint der Katalog "Auf den Spuren von
Kronprinzessin Victoria – Kaiserin Friedrich (1840-1901)", SPSG, 2001 (DM 26,00),
mit zahlreichen Abbildungen und Aufsätzen zur Sakristei, zum Mausoleum und zur
Beisetzung der Kaiserin.
Öffnungszeiten der Sakristei: täglich 9.30 bis 17.00 Uhr Öffnungszeiten des Mausoleums: Samstag und Sonntag 9.30 bis 17.00 Uhr Zeitraum: 28. Juli bis 14. Oktober 2001 Der Eintritt ist frei. |
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