Festakt zum 100. Todestag der Kaiserin Viktoria

Prinz Charles sendet Gruß per Video

POTSDAM. Die deutsche Kaiserin Viktoria (1840-1901) wird zu ihrem 100. Todestag an diesem Sonntag mit einem Festakt in der Friedenskirche zu Potsdam-Sanssouci geehrt. Stellvertretend für das britische Königshaus hat der britische Thronfolger Prinz Charles ein Grußwort per Videokassette geschickt, sagte Hermann Freiherr von Richthofen, Vorsitzender der Deutsch- Englischen Gesellschaft, am Dienstag in Potsdam. Die knapp dreiminütige Video-Botschaft von Prinz Charles werde im Rahmen des Festaktes ausgestrahlt.

Zu dem Ereignis haben sich bereits 500 Teilnehmer angemeldet. Viktoria war die Gemahlin des 99-Tage-Kaisers Friedrich III., der Anfang März 1888 - bereits todkrank - den deutschen Kaiserthron bestiegen hatte und bereits im Juni 1888 an Kehlkopfkrebs verstarb. Seine Gattin Viktoria war die älteste Tochter der englischen Queen Victoria (1819-1901). Dadurch fühlt sich das britische Königshaus besonders mit der kurzweiligen deutschen Kaiserin verbunden - und Prinz Charles sah sich zu einer Video-Botschaft verpflichtet. Der Prinz findet darin höfliche Worte über seine entfernte Vorfahrin. "Wir haben die Videokassette vorab schon einmal angesehen, da Prinz Charles noch eine zweite Grußwort-Kassette für das British Museum besprochen hat", sagt Elke Berger, Geschäftsführerin der Deutsch-Englischen Gesellschaft. Bei der Kassette aus London handelte sich aber wohl um das richtige Videoband.

Urlaubsmonat der Royals
Eine persönliche Einladung nach Potsdam hat Prinz Charles mit höflichem Bedauern abgelehnt. "Der August ist nun einmal der Urlaubsmonat der Royals", sagt Elke Berger. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) wird in der Kirche das Wort ergreifen. Mitglieder der Hohenzollernfamilie werden anwesend sein. "Diese Veranstaltung hat aber nichts mit Monarchie zu tun, sondern mit dem vom Ministerpräsidenten geteilten Wunsch, dass wir Brandenburg wieder in seine alten Beziehungen in Europa stellen wollen", betonte von Richthofen. Im Schloss Babelsberg hatte Viktoria ihren ersten Sommer als verheiratete Prinzessin von Preußen verlebt. Mit einer Ausstellung, die dort am 5. August öffnet, will die Schlösserstiftung an das Wirken "dieser politisch liberal gesinnten und sozial engagierten Frau" erinnern.

Text: (mak.)
© Berliner Zeitung, 1.8.2001

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