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Vorwort

Als Ihre Majestät die Hochselige Kaiserin Friedrich im Jahre 1895 ihre Sommerresidenz dauernd in dem neuerbauten Schlosse Friedrichshof aufschlug, erhielt der Verfasser dieser kleinen Druckschrift den Auftrag, der Schloßbibliothek und den Kunstsammlungen daselbst vorzustehen Diese ehrenamtliche Thätigkeit erstreckte sich bis zum tragischen Lebensende der unvergeßlichen hohen Frau. Während dieser neun Jahre in den Sommermonaten hatte der Verfasser, mit Ausnahme der Zeiten Schwerster Erkrankung, fast täglich Gelegenheit, die Kaiserin Sehen und Sprechen zu dürfen und war daher in der Lage, ein vielseitiges und treues Bild von dem Wesen und Wirken der verewigten Fürstin zu gewinnen. Der Verfasser beabsichtigt mit seiner Schrift nicht, biographisches Material beizubringen; er hat nur versucht, in schlichten Worten und mit wenigen Strichen die Lebensgewohnheiten, das segensreiche Schaffen, sowie einige hervorragende Eigenschaften des Charakters und des Herzens der nun in Gott ruhenden Kaiserin andeutungsweise zu schildern. Möchte die kleine Arbeit dazu beitragen, ein Bild der hohen Frau in kurzen Umrissen zu zeichnen, manche Irrthümer zu berichtigen und der hochbedeutenden, vielbegabten und vom Schicksal so hart geprüften fürstlichen Märtyrerin ein pietätvolles Andenken zu sichern. Möchte man der hohen Frau jenen Zoll von Gerechtigkeit zu Theil werden lassen, auf welchen Allerhöchstdieselbe für ihre zahlreichen Verdienste um den Fortschritt in jeder Art von Geistes-Kultur und um die Wohlfahrt für die Kranken, Armen und Schwachen so vollbegründeten Anspruch hat.
Madrid, 21. November 1901
G. A. Leinhaas

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