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Dänischer Krieg 1864.
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Auf politischem Gebiet gab es mancherlei Beunruhigung, was
schließlich im folgenden Jahre zu dem dänischen Kriege
führte.
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Kaiserin Friedrich als Kronprinzessin in der Uniform ihre 2. Leibhusaren-Regimentes.
Geschenk der Kaiserin an ihr Regiment. Gemalt von Lauchert 1864.
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In diesem Kriege Preußens und Österreichs gegen Dänemark
hatte der Kronprinz kein militärisches Kommando, sondern war dem
FeIdmarschall Wrangel zugeteilt und wohl hauptsächlich mit der
Aufgabe betraut, seinen großen Takt und Einfluß anzuwenden, um
vorkommende Zwistigkeiten zwischen den rivalisierenden Heerführern
auszugleichen. Die Kronprinzessin war auch nicht müßig geblieben
und hatte eine Organisation zur Hilfeleistung für die Opfer des
Krieges geschaffen, denen später noch viele andere folgen sollten.
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Im Juni 1864 war die Kronprinzessin als Gast bei dem Fürstenpaare
zu Putbus auf Rügen, um dem Kriegsschauplatz und ihrem hohen Gemahl
näher zu sein.
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Am 30. Juni reiste sie dem Kronprinzen bis Stettin entgegen. Nach
kurzem Aufenthalt fuhr sie indessen wieder nach dem Neuen Palais bei
Potsdam zurück, wohin sie die Mutterpflichten riefen.
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Geburt des Prinzen Sigismund. 11. September 1864.
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Gleich nach dem Friedensschluß, am 11. September, wurde Prinz
Sigismund geboren. Unter anderen nahm auch der Kaiser von
Österreich die Patenschaft an.
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Eifersucht zwischen Österreich und Preußen.
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Zwischen Österreich und Preußen herrschte indessen kein
vertrauensvolles Verhältnis. Die Erfolge Preußens auf den
Kriegsschauplätzen hatten die Eifersucht des bisherigen
Bundesgenossen geweckt, und so arbeitete Österreich darauf hin,
Preußen bei der ersten Gelegenheit zu demütigen und ihm
womöglich Schlesien wieder abzunehmen. Preußen dagegen wollte
Österreich aus dem deutschen Bunde hinausdrängen.
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Die Gasteiner Convention vom 14. August 1865 vermochte daher auch nur
auf kurze Zeit den Frieden zu erhalten.
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Geburt der Prinzessin Victoria 12. April 1866.
Mobilmachung gegen Österreich 1866.
Tod des Prinzen Sigismund. 18. Juni 1866.
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Am 12. April 1866 hatte die Kronprinzessin ein Töchterchen zur Welt
gebracht, die Prinzessin Victoria. Kurz darauf, im Mai, erfolgte die
Mobilmachung des gesamten Heeres und am 8. Juni wurde der Kronprinz
zum Kommandierenden der Zweiten Armee ernannt. Wenige Tage, bevor sich
der Kronprinz zu seiner Armee begab, war Prinz Sigismund, ein Liebling
der ganzen Familie, schwer an einer Gehirnentzündung erkrankt und
er erlag diesem Leiden zum größten Schmerze seiner tiefgebeugten
Eltern am 18. Juni. Der Kammerherr von Normann brachte diese
Unglücksbotschaft dem im Felde stehenden Kronprinzen, der durch die
traurige Kunde fassungslos erschüttert wurde.
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Frieden von Prag.
Einzug der siegreichen Truppen in Berlin. 20. September 1866.
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Nachdem in erstaunlich kurzer Zeit die österreichischen Armeen
durch die unaufhörlich und siegreich vordringenden Preußen
vollständig besiegt waren, kam es im August zum Frieden von
Prag. Der Einzug der siegreichen Truppen in Berlin war am
20. September 1866 und bildete den glanzvollen Abschluß des
gewaltigen Dramas.
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Aufenthalt der Kronprinzlichen Familie in Heringsdorf. September
1866.
Aufenthalt der Kronprinzlichen Familie in Erdmannsdorf. Oktober 1866.
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Unmittelbar danach begab sich der Kronprinz zu seiner Familie nach
Heringsdorf. Die Cholera, welche damals in Berlin und Potsdam heftig
wütete, hatte die Kronprinzessin veranlaßt sich mit ihren
Kindern nach der Ostsee zu begeben. Der Schmerz um das verlorene Kind
folgte den Eltern auch dorthin nach und ließ keine freudige
Stimmung aufkommen. Da hielt es der Kronprinz für geraten, es mit
einem Aufenthalte im Gebirge zu versuchen. Die Kronprinzlichen
Herrschaften begaben sich deshalb nach dem herrlich gelegenen
Erdmannsdorf in Schlesien, wo die Kronprinzessin ein reiches Feld der
Tätigkeit auf dem Gebiete der Verwundetenpflege vorfand. Rührend
war eine Szene in Erdmannsdorf, wo die Kronprinzessin die zerschossene
Fahne des aus dem Feldzuge heimkehrenden Königs-Grenadier-Regiments
mit einem Lorbeerkranz schmückte.
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Aber selbst die Schönheiten der Natur konnten sie nicht über den
Verlust des teuren Kindes trösten. Eine Stelle aus einem Briefe an
Gustav Gans Edlen zu Putlitz zeigt uns den Schmerz der Mutter: "Das
Liebste aus unserem Hause ist geraubt! Tränen fließen
täglich. Sehnsucht füllt das Herz - die Wellen des Lebens
können den Schmerz nicht hinwegspülen, wenigstens noch
nicht. Der Kummer wohnt noch immer als stiller Gast bei uns, mischt
sich in alles und am störendsten in die Freude, die wir sonst an
den Kindern haben könnten!"
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Bazar im Prinzessinnenpalais Berlin.
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Nunmehr begannen umfassende Bestrebungen, die Wunden, die der Krieg
allerorten geschlagen hatte, zu heilen. Da die eigenen Mittel des
Kronprinzenpaares nicht ausreichten, so wurden Sammlungen
veranstaltet; besonders ergiebig war ein großartiger Bazar, den die
Kronprinzessin im Prinzessinnen-Palais veranstaltet hatte. Was damals
und in den folgenden Jahren von dem Kronprinzenpaar
geschaffen und geleistet wurde, verdient in den Annalen der Geschichte
mit goldenen Lettern verzeichnet zu werden und füllt ein ganzes
Kapitel.
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Der Kronprinz in Petersburg Ende 1866.
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Gegen Ende dieses ereignisreichen Jahres mußte der Kronprinz seine
Familie auf kurze Zeit verlassen, da er an den Vermählungsfeierlich
keiten des Großfürsten-Thronfolgers in Petersburg teilzunehmen
hatte.
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Besuch des Kronprinzen-Paares auf der Weltausstellung in Paris.
1867.
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Das Hauptereignis des Jahres 1867 war für das Kronprinzliche Paar
der Besuch der Weltausstellung in Paris. Auch der König und die
Königin von Preußen erschienen dort zu gleicher Zeit und wurden,
äußerlich wenigstens, am Kaiserhofe sehr festlich empfangen,
wenn auch Preußens Erfolge im Jahre vorher eine tiefe Abneigung in
Frankreich bewirkt hatten.
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Kaiserin Friedrich als junge Prinzessin. Gemalt von Winterhalter 1867,
gestochen von Fr. Weber.
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Neue Elternpflichten traten an das Kronprinzenpaar heran und linderten
den Schmerz um den heimgegangenen Prinzen Sigismund.
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Geburt des Prinzen Waldemar. 10. Februar 1868.
Der Kronprinz zur Hochzeit des Prinzen Humbert in Italien.
1868.
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Das neue Jahr 1868 brachte am 10. Februar im Kronprinzlichen Palais
wieder einen Familienzuwachs, den Prinzen Waldemar, gerade am
Hochzeitstage der Königin Victoria. Welche Fülle von Pflichten
erwuchsen der Kronprinzessin nun wieder täglich, allein in der
Kinderstube! Aber gerade die Fürsorge und die Erziehung der Kinder
waren Gebiete, auf denen sie Meisterin war. Auch in diesem Jahre
mußte der Kronprinz seine Familie auf einige Zeit verlassen, da er
zu den Vermählungsfeierlichkeiten des damaligen Prinzen Humbert,
späteren Königs von Italien, geladen war. Diese Reise wurde zu
einem wahren Triumphzuge für den Kronprinzen, welcher sich die
Herzen der Italiener im Sturme gewann.
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Eröffnung des Suezkanals in Gegenwart des Kronprinzen.
1869.
Weihnachtsfest der Kronprinzl. Familie in Cannes 1869.
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Im November des Jahres 1869 erfolgte das große Ereignis der
Eröffnung des Suez »Kanals, welches den Kronprinzen längere
Zeit vom häuslichen Herde fern hielt. Er benutzte die große,
sich ihm bietende Gelegenheit, die heiligen Städte Palästinas zu
besuchen. Bei der Besichtigung Ägyptens drang er bis nach Nubien
vor. Zurückgekehrt eilte er zu der Kronprinzessin und den Kindern
nach Cannes, wo dann das Weihnachtsfest nach deutscher Sitte gemeinsam
gefeiert wurde.
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Aufenthalt in Paris Ende Dezember 1869.
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Die letzten Tage dieses Jahres brachte das Kronprinzliche Paar in
Paris zu, wo sie im Hotel wohnten. Kaiser Napoleon besuchte sie
dort. Sie fanden ihn: "Gealtert, übel aussehend und sehr
niedergeschlagen". Im nächsten Jahre 1870 sahen sich der Kronprinz
und Kaiser Napoleon wieder - am Morgen nach der Kapitulation von
Sedan. -
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Geburt der Prinzessin Sophie am 14. Juni 1870.
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Das große Kriegsjahr begann friedlich für die Kronprinzliche
Familie. Der Kronprinz hatte im Frühjahr eine Kur in Karlsbad
gebraucht und kaum zurückgekehrt wurde er durch die Geburt eines
Töchterchens, das in der Taufe die Namen Sofie Dorothea Ulrike
Alice erhielt, auf das freudigste überrascht.
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Mobilmachung gegen Frankreich. 15. Juli 1870.
Der Kronprinz Oberkommandierender der III. Armee.
Taufe der Prinzessin Sophie. 24. Juli 1870.
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Das neu erblühte Familienglück wurde aber durch die
Kriegsfanfaren jäh gestört. Die Ereignisse überstürzten
sich und am 15. Juli 1870 wurde die Mobilmachungsordre gegen
Frankreich erlassen. Am 19. Juli verlebte der Kronprinz noch vor
seiner Abreise einen ruhigen Tag mit Frau und Kindern, dann aber - er
war zum Oberkommandierenden der III. Armee ernannt worden - mußte
er sich von seiner geliebten Gemahlin und seinen Kindern losreißen,
um nach dem Kriegsschauplatze zu eilen. "Am 24. Juli," schreibt
Rennell Rodd in seinem Buche über Kaiser Friedrich, "fand noch die
Taufe der Prinzessin Sophie statt. Tiefe Sorge lastete auf der
Gesellschaft, die um das Taufbecken versammelt war, denn nur wenige
gab es unter den Anwesenden, die ihre Pflicht nicht zur Armee gerufen
hätte. Die Herren waren bereits im Feldanzuge mit hohen
ReiterstiefeIn und voller Kriegsrüstung. Aufregung und Sorge
machten es dem König unmöglich, dem Brauche gemäß, die
kleine Enkelin über die Taufe zu halten; die Königin Augusta tat
es an seiner Statt. Am 25. besuchte der Kronprinz noch einmal die
Kirche, nahm das Heilige Abendmahl mit der Kronprinzessin am Grabe des
Prinzen Sigismund und reiste am Morgen des 26. ab, ohne von seiner
Gemahlin Abschied zu nehmen; er wollte ihr den Schmerz der Trennung
ersparen."
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Tätigkeit der Kronprinzessin Victoria in den Kriegslazaretten.
Lazarett in Bad Homburg: ihr Hauptquartier.
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Der glänzende Verlauf des Krieges, der Anteil des Kronprinzen an
den wichtigsten Siegen bis zur Kapitulation von Sedan und die
Wiederherstellung des Deutschen Kaiserreiches kann wohl als
genügend bekannt vorausgesetzt werden. - Aber auch die
Kronprinzessin hatte auf den ihr so am Herzen liegenden und vertrauten
Gebieten der Pflege Verwundeter und Kranker Unvergleichliches
geleistet. Unermüdlich, mit eiserner Pflichttreue, leitete sie mit
einem Stab von Ärzten einen großen Teil der Spitäler und
Lazarette am Rhein. Ihr Hauptquartier war Homburg v. d. H., wo ein
mustergültiges Baracken-Lazarett, unter der Leitung der bekannten
Menschenfreunden Miß Florence Nightingale, von ihr eingerichtet
wurde; ein weiteres Lazarett im Kasernenhofe des Homburger Bataillons
stand unter ihrer ganz speziellen Leitung.
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Samaritertätigkeit im Kriegslazarett in Bad Homburg und den
Nachbarorten. 1870.
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Einzelheiten über die Tätigkeit der Kronprinzessin Victoria im
Militär-Lazarett in Bad Homburg v. d. Höhe finden wir im
damaligen "Taunusboten." Nachdem die hohe Frau am 31. August 1870 dort
eingetroffen war, besichtigte sie am nächsten Tage sogleich das
Militär- Reserve-Lazarett und dessen Einrichtungen und traf dort
die ihr notwendig erscheinenden Anordnungen; ebenso wurden in den
nächsten Tagen die Lazarette der Nachbarorte besucht. Auf Anregung
der Kronprinzessin fand eine Verlosung geschenkter Gegenstände
statt, deren
Ertrag zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familien im Feld
befindlicher Soldaten verwendet werden sollte. sie selbst spendete
einen Geldbeitrag und einen Silbernen Rahmen mit dem Bilde des
Kronprinzen dazu. Häufig weilte sie im MiIitär-Lazarett von
Homburg und denjenigen der Nachbarorte, nahm in alles Einsicht,
unterhielt sich in gewinnendster Weise mit den Verwundeten und ordnete
nicht nur eine ganz neue und zweckentsprechende Einrichtung der
vorhandenen Lokalitäten, sondern auch die Erbauung einer neuen, 90
Fuß langen, Baracke auf eigene Kosten an.
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Im Gegensatz zu den vielen traurigen Szenen, wie sie sich in jedem
Lazarett abspielen, welches mit Verwundeten angefüllt ist, sorgte
die Kronprinzessin auch für freudige Eindrücke. So
überreichte sie eines Tages im Hofe des Lazaretts einem
Einjährigen eigenhändig das eiserne Kreuz, welches ihm vom
Kommandeur seiner Division hergesandt war. Der freudig Überraschte
konnte kein Wort in diesem Augenblicke hervorbringen, erst später,
als die Hohe Frau ihn nochmals aufsuchte und herzliche Worte an den
braven Soldaten richtete, konnte er seinen Dank aussprechen. Ein
anderes Mal ließ sie die Kurkapelle im Hofe der Kaserne, wo das
Militär-Lazarett untergebracht war, spielen. Die Kronprinzessin, in
Begleitung der Großherzogin Alice von Hessen, und ihre Kinder
wohnten dem Konzert bei. Einen ergreifenden Anblick boten die
Schwerverwunderten, welche in Betten oder auf Sesseln in dem sonnigen
Teil des Hofes lagen, während die minder schwer Verwundeten im
Kreise herumsaßen oder umhergingen.
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Am 27. September besuchte die Kronprinzessin mit Sonderzug die
sämtlichen Lazarette in den Rheinorten von Wiesbaden bis
Bingerbrück. Überall wurde sie auf dieser Rundreise durch die
Lazarette freudigst begrüßt, meistens mit donnerndem Hurrah
seitens der armen Verwundeten.
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Erst am 19. November verließ die Kronprinzessin Bad Homburg,
ohne indessen ihre wohltätige Schöpfung aus dem Auge zu verlieren.
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Durch ihre Samaritertätigkeit, ihre bewährte Herzensgüte und
Freundlichkeit erwarb sie sich in allen Kreisen der Einwohnerschaft
Liebe und Verehrung in hohem Maße. So berichtet uns der
"Taunusbote" von damals. -
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Daneben wurden auch die Hospitäler der benachbarten Städte
Nauheim, Frankfurt a. M., Wiesbaden usw. regelmäßig besucht.
Wie heller Sonnenschein wirkte der menschenfreundliche Eifer der
Kronprinzessin auf die armen, auf dem Felde der Ehre verwundeten
Soldaten, und ihr hohes Beispiel feuerte auch die zahlreichen Frauen
und Jungfrauen Deutschlands zu Werken der Nächstenliebe an.
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Rückkehr des Kronprinzen nach Berlin.
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Es war eine erhebende Zeit und wohl dem, der das stolze Glück des
unter dem ehrwürdigen Kaiser Wilhelm dem Großen neugeeinten
Deutschen Reiches miterleben durfte! - Und wie sehnte sich der
Kronprinz wieder nach dem so lange entbehrten Frieden im trauten
Kreise seiner Lieben! - Rennell Rodd schreibt: "Die Rückreise von
Frankreich nach Deutschland war ein ununterbrochener Triumphzug. Am
17. März 1871 kehrte der Kronprinz mit seinem Kaiserlichen Vater
nach Berlin zurück. Die Kaiserin und die Kronprinzessin waren den
beiden siegreichen Helden bis zur Station Wildpark bei Potsdam
entgegengefahren, wo die ergreifende erste Begegnung nach so langer
Trennung stattfand. Bald nach dem Einzug in Berlin öffnete sich auf
tausendstimmigen Ruf des das Schloß umwogenden Volks ein Fenster,
und der Held so vieler Siege zeigte sich, umgeben von seinen Kindern,
und neben ihm die Kronprinzessin, das Jüngste auf dem Arm".
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Im Vergleich zu den fast übermenschlichen Aufregungen und
Anstrengungen der Kriegszeit trat nun eine Zeit
verhältnismäßiger Ruhe für die Kronprinzliche Familie ein.
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Erholungsreise nach England. Juli 1871.
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Der Kronprinz wurde nunmehr zum General-Inspekteur der
4. Armee-Inspektion ernannt, was ihm gestattete, mehr Zeit auf seine
außermilitärischen Interessen zu verwenden. Zunächst wohnte
er noch den Einzügen der siegreich heimkehrenden Truppen in Stettin
und Hannover bei, aber dann kam Anfang Juli die lang ersehnte und wohl
verdiente Erholungsreise gemeinsam mit der Kronprinzessin nach
England, wo beide infolge der ruhmreichen Ereignisse mit
größerer Begeisterung ausgenommen wurden, wie je zuvor.
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Des Kronprinzen Siegeseinzug in München.
Aufenthalt der Kronprinzl. Familie in Wilhelmshöhe.
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Der Kronprinz mußte indessen seinen Aufenthalt in Osborne kurz
unterbrechen, da er nicht fehlen wollte, als seine treuen Bayern ihren
Siegeseinzug in München hielten. Er kehrte dann aber sofort nach
England zurück, um seine Lieben abzuholen und mit ihnen Aufenthalt
auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel zu nehmen.
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Besichtigung der Schlachtfelder durch d. Kronprinzenpaar.
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Der Kronprinz konnte es sich nicht versagen, seiner treuen
Lebensgefährtin, welche so unendlich lebhaften Anteil an allen
Ereignissen und Erlebnissen des Krieges genommen hatte, wenigstens die
Schlachtfelder von Weißenburg und Wörth persönlich zu zeigen.
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40. Geburtstag des Kronprinzen. 18. Oktober 1871.
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Zu seinem 40. Geburtstag war er wieder daheim in Berlin und frohen
Herzens, noch erfüllt von dem Ruhm des verflossenen Jahres, konnte
er denselben im Kreise seiner Lieben feiern.
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Nach dem blutigen Ringen auf den Schlachtfeldern erfolgte jetzt eine
Zeit friedlicher Entwicklung, welche dem inneren Ausbau des Deutschen
Reiches gewidmet war. Durch diese Friedenstätigkeit
wurden auch die Wunden geheilt, die der Krieg geschlagen. Für
das Kronprinzenpaar kam jetzt eine Zeit unermeßlicher Tätigkeit auf
allen Gebieten der Volkswohlfahrt, des Erziehungswesens und der
Gesundheitspflege. Einer späteren Zeit bleibt es vorbehalten, diese
ungeheuren Verdienste um das deutsche Volk würdig zu beurteilen
und dem unvergeßlichen Hohen Paare Gerechtigkeit widerfahren
zu lassen.
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