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Die Kronberger Künstlerkolonie gehört zu den
bedeutenden deutschen Malerkolonien des 19. Jahrhunderts. Von ihrer
Entstehung in den 1850er Jahren bis zu ihrem Niedergang
Anfang des 20. Jahrhunderts lebten und arbeiteten etwa 60 Künstlerinnen
und Künstler zum Teil ständig in Kronberg. 1858 ließ sich
Anton Burger und wenig später Jakob Fürchtegott Dielmann dauerhaft
in Kronberg nieder. Bereits in den 1840er Jahren hatten einige Frankfurter
Künstler, die meisten von ihnen studierten am Städel, das idyllisch
gelegene Kronberg für sich entdeckt.
Das Leben auf dem Lande erschien den Künstlern im Vergleich mit
der immer hektischeren Großstadtwelt in der Zeit aufkommender
Industrialisierung als unverfälscht und ursprünglich. Sie
fanden hier eine Möglichkeit, ihr neues künstlerisches
Selbstverständnis und ihre Kritik an vorherrschenden akademischen
Regeln zu verwirklichen. Damit war die Kronberger Kolonie in ihrer
Frühzeit ein Ort der künstlerischen Avantgarde und - wie in
vielen anderen Kolonien - ebneten die frühen Kronberger Maler den
Weg zu einer modernen künstlerischen Auffassung.
Mit den Burgerschülern Nelson Kinsley und Fritz Wucherer starben in den
1940er Jahren die beiden letzten, direkt zur Malerkolonie gehörenden Künstler.
Die Museumsgesellschaft Kronberg e.V., ein von kunstinteressierten Kronbergern und Frankfurtern 1979 gegründeter gemeinnütziger Verein, und die im Jahr 2001 ins Leben gerufene Stiftung Kronberger Malerkolonie - eine gemeinsame Gründung der Museumsgesellschaft Kronberg e.V. und der Stadt Kronberg im Taunus - haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Kronberger Malerkolonie in der Stadt ihres Wirkens zu bewahren.
Verglichen mit der regionalen und überregionalen Bedeutung der
Kronberger Malerkolonie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
und der künstlerischen Qualität vieler "Kronberger"
Künstler stehen sowohl das öffentliche Bewußtsein
dieser Kunst als auch ihre wissenschaftliche Aufarbeitung
zurück.
Mit dem 2002 eröffneten Museum Kronberger Malerkolonie
wird die Arbeit dieser Künstler der
Kronberger Malerkolonie und ihres Umkreises wissenschaftlich
dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Museumsgesellschaft Kronberg e.V. gehört zu den Gründungsmitgliedern von EuroArt, einer seit 1993 bestehenden Vereinigung europäischer Künstlerkolonien, die durch enge und konstruktive Zusammenarbeit das gegenseitige kulturelle Verständnis innerhalb Europas fördert. Die Museumsgesellschaft Kronberg e.V. vertritt damit Kronberg als eine der frühesten deutschen Künstlerkolonien auf internationalen Veranstaltungen, Ausstellungen, Tagungen und wissenschaftlichen Symposien. |
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