| Die Ausstellung "Die Kronberger Malerkolonie - Aquarelle, Zeichnungen, Graphik" widmet sich den besonderen Kostbarkeiten auf Papier. Präsentiert werden über 60 Arbeiten von Künstlern der Kronberger Malerkolonie aus fast 100 Jahren. Die Ausstellung zeigt damit die Vielfältigkeit künstlerischen Schaffens in Kronberg. Angefangen bei Dielmanns Stahlstichen aus dem Rhein-Album von 1846, über Studien Anton Burgers und Arbeiten von Schülern in dessen Unterricht bis hin zu Reiseskizzenbüchern Heinrich Winters, bildmäßigen Aquarellen Philipp Francks und Radierungen Fritz Wucherers gibt die Ausstellung Einblicke in so manchen bislang wenig bekannten Schaffensbereich der Kronberger Künstler. Gezeigt werden darüber hinaus teils bislang unveröffentlichte Autographen der Maler und neueste Donationen an die Stiftung Kronberger Malerkolonie. | |
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Der lasierende Farbauftrag, die Transparenz der Farbe, der
ungrundierte Untergrund, wobei das Papierweiß als Helligkeit
dient, der Bildaufbau vom Hellen zum Dunklen durch
Naß-in-naß-Malen mit Hilfe von Wasserfarben, die einen
mehr oder weniger zarten Farbschleier (je nach Häufigkeit des
Auftrages) entstehen lassen, sind die charakteristischen Merkmale des
Aquarells.
Die Aquarellmalerei verlangt besondere Könnerschaft, da Korrekturen nicht möglich sind. Durch die vergleichsweise einfachen Materialvoraussetzungen gehört die Aquarellmalerei zu den ursprünglichsten Maltechniken. Erst mit der Erfndung von Tempera- und Ölmalerei verlor die Aquarellmalerei ihre vorrangige Stellung. Für die Landschaftsdarstellungen, die der Transparenz und Leichtigkeit der Atmosphäre Ausdruck verleihen wollten, war die Aquarellmalerei die ideale Technik. Auch mit dem aufkommenden Reiseinteresse des 18. Jahrhunderts fand sich im Aquarell eine geeignete Möglichkeit die Reiseeindrücke festzuhalten (William Turner). Die besonders ausgeprägte Subjektivität ließ manche Künstler in der Aquarellmalerei einen freiheitlichen Gegenentwurf zur akademischen Malerei sehen. Seit der Romantik (Eugene Delacroix, Théodore Géricault, Caspar David Friedrich, Carl Blechen) und dann unter den Realisten (Adolf von Menzel) entwickelte sich die Aquarellmalerei zu einer eigenständigen Gattung. Durch die Identität von Material/Bildträger und Werkzeug/Arbeitsgerät ist eine Nähe der Zeichenkunst zur Schreibkunst mithin zur Graphik, die die unikaten Zeichenkunstwerke um die Möglichkeit der Vervielfältigung erweitert, feststellbar. Gemeinsamkeiten finden sich auch in dem weitgehenden Verzicht auf Farbigkeit. Eine Ton-in-Ton (meist schwarz-weiß) Bevorzugung von Lichttonwerten anstelle von Farbtonwerten ist charakteristisch. Die Unmittelbarkeit des Übertragens von der Idee auf das Papier macht die Zeichnung zu einer spontanen Technik. Hingegen wird diese Direktheit bei der Graphik durch das druckgraphische Medium unterbrochen. Kaum eine andere Gattung vermag die künstlerische Empfindung in solch direkter Weise an den Betrachter weitervermitteln. Zeichnungen sind meist die ersten, intuitiven Gedanken, Eindrücke und Registrierungen des Künstlers, die gewöhnlich privaten Charakter haben und nur in sehr seltenen Fällen für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Zeichnungen stehen am Anfang allen bildnerischen Wirkens (Ritzzeichnungen in Höhlen). Als selbständige künstlerische Gattung erlangte die Zeichnung erst in der Renaissance, mit dem aufkommenden Interesse an der Natur, Bedeutung. Mit der Herausbildung der bürgerlichen Gesellschaft setzten sich auch Laien intensiver mit der Zeichnung auseinander (Goethe). In der Ausstellung sind die verschiedenen Funktionen der Zeichnung beispielhaft vertreten:
Neben der Malerei und der Plastik bezeichnet die Graphik das dritte große Gebiet der bildenden Kunst und umfaßt im allgemeinen Gebrauch die Zeichnung wie auch die druckgraphischen Verfahren. Wegen des gemeinsamen Bildträgers (Papier) wird auch das Aquarell zur Graphik gezählt. Neuerdings und auch im Zusammenhang mit dieser Ausstellung meint Graphik jedoch speziell die Druckgraphik.
Dabei wird vom Künstler das Werk nicht unmittelbar sondern
über ein vervielfältigendes drucktechnisches
Medium gefertigt.
Die graphischen Arbeiten der Ausstellung entstanden vorwiegend im Tiefdruck- (Radierung, Stahlstich) oder Flachdruckverfahren (Lithographie). | |