Die Gemälde-Dokumentation Kronberger Künstler

Im Jahr 1999 feierte die Museumsgesellschaft Kronberg e.V. ihr 20jähriges Bestehen. Dieser gemeinnützige Verein wurde von kunstinteressierten Kronbergern und Frankfurtern gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Kronberger Malerkolonie in der Stadt ihres Wirkens selbst zu bewahren und die Arbeit der Kolonie-Künstler und ihres Umkreises wissenschaftlich zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Kronberger Malerkolonie gehört zu den bedeutenden deutschen Malerkolonien des 19. Jahrhunderts. Um 1855 ließen sich zunächst Anton Burger und Jakob Fürchtegott Dielmann in Kronberg im Taunus nieder. Bis zum Niedergang der Kolonie Anfang des 20. Jahrhunderts (1905 starb Anton Burger; 1948 starb mit Fritz Wucherer der letzte direkt zur Malerkolonie gehörende Künstler) lebten und arbeiteten etwa 60 Künstlerinnen und Künstler z.T. ständig in Kronberg.

Verglichen mit der regionalen und überregionalen Bedeutung der Kronberger Malerkolonie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und der künstlerischen Qualität vieler "Kronberger" Künstler stehen sowohl das öffentliche Bewußtsein dieser Kunst als auch ihre wissenschaftliche Aufarbeitung zurück (ein kritischer Oeuvrekatalog der meisten dieser Künstler steht beispielsweise noch aus).

Seit ihrer Gründung 1979 ist die Museumsgesellschaft nicht nur um den Aufbau eines Museums für die Werke der Künstler der Kronberger Kolonie bemüht, sondern sie führt seitdem kontinuierlich eine Dokumentation der Werke Kronberger Maler. Vorrangig werden Gemälde, aber auch Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten systematisch bearbeitet.

Was mit Karteikarten begann, wird heute mit Hilfe eines Computerprogramms wissenschaftlich erfaßt und auf einem, von Kunsthistorikern entworfenen Datenblatt festgehalten. Die Dokumentation wird von einer Kunsthistorikerin betreut. Somit ist eine wissenschaftliche Nutzbarkeit nach heute gültigen Standards gewährleistet und eine gezielte Benutzung möglich. Ungefähr 4000 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Blätter sind bisher registriert.

Die Arbeiten der bedeutendsten Künstler der Kolonie werden in diese Dokumentation aufgenommen. Zu jedem Maler der Kolonie wird eine Liste vorhandener Quellen und Literatur, einschließlich der Erwähnung in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln des vorigen Jahrhunderts, erstellt.

Damit steht nun ein enormer Wert an wissenschaftlichem Basismaterial, das einer stetigen Ergänzung und Erweiterung unterliegt zur Verfügung. Neben der Überarbeitung (d.h. vor allem Aktualisierung hinsichtlich Restaurierung, Provenienz, Ausstellungen etc.) der vorhandenen Dokumentationsblätter sucht die freie wissenschaftliche Mitarbeiterin auch immer wieder private Sammlungen auf. Diese neuen Funde werden fotografisch und dokumentarisch in das Archiv aufgenommen. Literatur, Ausstellungen, Provenienzen werden zu jedem einzelnen Bild erforscht. Ebenso werden die aktuellen Auktionen und Messen (per Katalog und in besonderen Fällen auch persönlich) verfolgt und die Ergebnisse eingegliedert.

Ein Teil der wichtigsten Maler der Kronberger Kolonie konnte so nahezu vollständig bearbeitet werden (z.B. Philipp Rumpf, Anton Burger, Peter Burnitz, Adolf Schreyer, Jacob Maurer und Richard Fresenius).

Die Nachfrage nach den Ergebnissen der Dokumentation ist vorhanden. Es besteht ein ständiger enger Kontakt und Austausch mit Kunsthistorikern, die ihre Abschlußarbeit (Magister- oder Doktorarbeit) über einen Kronberger Maler schreiben. Durch die Teilnahme an den Tagungen, der zu diesem Zwecke gebildeten Arbeitsgruppe ist ein Ergebnisaustausch gewährleistet.

Das Projekt "Dokumentation" wurde bisher durch Stiftungsgelder finanziert. Da zu jedem Werk eine (möglichst farbige) Abbildung vorhanden sein soll, entstehen die Kosten vor allem durch die Fotografien und die entsprechende fotoarchivierende Aufbewahrung.

Die Gemälde-Dokumentation Kronberger Maler stellt einen Grundstock für weitere Forschungen dar und ist Voraussetzung für Ausstellungen und Publikationen: Sowohl die jährlich stattfindenden Ausstellungen der Museumsgesellschaft als auch überregionale Veranstaltungen, wie das internationale Symposium zu europäischen Künstlerkolonien und die daraus entstehende Ausstellung "Im Zeichen der Ebene und des Himmels - Künstlerkolonien in Europa" in Nürnberg (2001) profitieren von den Ergebnissen dieser Dokumentation. Eine aktive Mitarbeit bei vergleichbaren Projekten ist denkbar und kann nur aufgrund der qualifizierten Weiterführung der Dokumentation gewährleistet sein.

Anfragen und Hinweise zum Werk der Künstler der Kronberger Malerkolonie werden gern erteilt bzw. entgegengenommen. Selbstverständlich behandeln wir jeden Hinweis vertraulich.

Museumsgesellschaft Kronberg e.V.
Anja Frommator
Tanzhausstraße 1
D-61476 Kronberg im Taunus
Tel.: 06173-92 94 90
Fax: 06173-92 94 91