Geboren am 25.1.1834 in Frankfurt; gestorben am 22.1.1902 in Frankfurt.
1849-51 Studium am Städelschen Kunstinstitut unter Johann David
Passavant und Jakob Becker. Prägende Bekanntschaft mit Victor
Müller (seinem späteren Schwager), der von 1848 bis 1858 in
Paris lebte, und auch mit Burger, Dielmann, Schreyer und
Eysen. 1857-59 Studienaufenthalt in Paris, dort Bekanntschaft mit
Fantin-Latour, Manet, Courbet, Legros. 1859-65 in Frankfurt, Kronberg
und im Schwarzwald. 1866-68 Übersiedlung nach
Düsseldorf. Dort Bekanntschaft mit Hans Thoma, mit dem er 1868
erneut nach Paris reiste. Bekanntschaft mit Heinrich Winter und
Friedrich Steinhardt. Nach Kriegsausbruch 1870 Rückkehr nach
Deutschland, Anschluß an den Kreis um F. Leibl in
München. 1871 Umzug nach London (Bekanntschaft mit Whistler,
Millais, Burne-Jones u.a.). 1899 Rückkehr nach Frankfurt
Scholderer gehörte schon zu Lebzeiten zu den bedeutendsten Künstlern
Europas. Er nahm für die Kronberger und Frankfurter Malerei
eine wichtige Mittlerrolle ein, durch seine vielfältigen Verbindungen
insbesondere nach Frankreich (Courbet, Manet, Fantin-Latour) und zum
Leibl-Kreis.
Otto Scholderer malte insbesondere Stilleben und Portraits in eigenwilligem
und kräftigem Malstil mit gedeckten Farbtönen. Er ist einer der
Hauptvermittler zwischen Romantik und frühem Impressionismus.
Friedrich Herbst: Otto Scholderer, 1937
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